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Wednesday, June 12, 2013

Buddhismus zwischen Trend und Tradition

„Wenn der Eisenvogel fliegt und die Reitpferde auf Rädern rollen, wird der Mann aus dem Schneeland seine Heimat verlassen müssen und die buddhistische Lehre wird die Länder des rotwangigen Mannes erreichen." Mit dieser verblüffend realitätsnahen Prophezeiung sagte einer der Begründer des Buddhismus, der Mönch Padmasambhava, bereits vor über 1200 Jahren den Erfolgskurs des buddhistischen Glaubens in Richtung Westen voraus. Ob er damals bereits ahnte, in welcher Form die spirituellen Weisheiten hierorts praktiziert werden würden, ist jedoch fraglich. Eines ist jedenfalls sicher: Der Buddhismus liegt bei uns mittlerweile voll im Trend. Die einen dekorieren mithilfe von exotischem Massivholz-Interieur und diversen Accessoires aus dem Asiashop die eigenen vier Wände zum privaten Shangri-La um. Die anderen nehmen stattdessen an mehrtägigen Zen-Meditationsseminaren teil, um so dem höchstpersönlichen Chaos aus Luxusproblemen und Sinnkrisen zu entfliehen. Und wieder andere suchen ihre innere Mitte beim wöchentlichen Philosophie-Kränzchen mit Räucherstäbchen-Aroma in der Buddhismus-Schule ihres Vertrauens.

Shaka, der Historische Buddha. Japan (12. Jhd.). Museum of Fine Arts, Boston.
Shaka, der Historische Buddha. Japan (12. Jhd.).
Museum of Fine Arts, Boston.


Nicht zuletzt seitdem Hollywood die buddhistischen Lehren als leinwandtaugliches Inszenierungsobjekt für sich entdeckt hat und sich darüber hinaus auch abseits der Produktionsstätten international anerkannte Filmstars der fernöstlichen Religion verschrieben haben, gilt der Buddhismus als das Allheilmittel schlechthin für diverse seelische Unstimmigkeiten und psychosomatische Wehwehchen der New-Age-Generation.

Friday, May 31, 2013

Liebe ist...

Einerseits ein tief verankertes, menschliches Grundbedürfnis, das uns alle vereint,und andererseits eines der wohl rätselhaftesten und unerklärlichsten Phänomene im Universum. Die Auffassungen darüber, was wir unter Liebe verstehen dürfen, könnten kaum weiter auseinander gehen. Dies mag nicht zuletzt an den vielfältigen Ausprägungen liegen, in denen uns diese auf geistiger, körperlicherund seelischer Anziehung beruhende Emotion begegnet. Denn die Annahme, dass sich Liebe allein auf zwischenmenschliche Gefühlsbeziehungen beschränkt, ist weit gefehlt. Das Spektrum an potentiellen Adressaten für den Überschuss an persönlicher Zuneigung ist schier unbegrenzt. Wussten Sie beispielsweise, dass Agalmatophilie als wissenschaftlicher Fachbegriff die starke Affinität und sexuelle Anziehung zu (überwiegend nackten) Statuen bezeichnet? Oder dass auch die Liebe zu Teddybären, die so genannte Arktophilie, als psychologisches Phänomen eingehend erforscht ist? Auch Papier (Paperphilie), der Papst (Papaphilie), Friedhöfe und Todesriten (Taphophilie) sowie Duschen und Vollbäder (Taphophilie) können Auslöser für emotionale Hingabe oder sexuelle Erregung sein.

Das Mysterium Liebe in seinen unterschiedlichen Facetten zu beleuchten, haben sich auch die Kuratoren der Ausstellung „All You Need Is LOVE“, die noch bis 1. September 2013 im Mori Art Museum in Tokio zu sehen ist, zum Ziel gesetzt. Die Sonderausstellung findet anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Museums statt und umfasst über 200 Werke aus unterschiedlichen Epochen und Kunststilen.

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Jean-Honoré Fragonard, Der gestohlene Kuss, um 1780
Öl auf Leinwand, 45 x 55 cm.
Eremitage, St. Petersburg.

Monday, May 20, 2013

What is Love?

Love.

Love is, waking up late on the weekend.

Love is, frosty, autumn mornings, breath fogging the air.

Love is, smelling the cut grass on a hot summer’s day.

Love is, feeling the steam rise off the ground after a tropical rain storm.

Love is, laughter.

Tuesday, April 2, 2013

Art from the Land of the Rising Sun

Japan, in comparison with many other countries, is rather small, though it ranks tenth amongst the world’s highest populations. More fascinatingly, it has one of the richest and most eclectic art histories to speak of when considering it on its own. Yes, various countries in Europe do this or that, and Africa has a slew of artistic variety, but we’re just talking one country – 6852 islands, if you really want to talk about how amazing Japan’s universally-acknowledged solidarity is.

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Utagawa (Ando) Hiroshige, Inside Kameido Tenjin Shrine, 1856.
Woodblock print, 34.1 x 22.2 cm.


Continuously infiltrated by other powers (China, Russia, Germany’s money, and the United States), art in Japan has successfully maintained a focused and healthy presence in the art world since the seventh century – which is not to say there aren’t older relics, but Buddhist art was the first to make an impact. From woodblock prints to Ukiyo-e, and calligraphy to shungas, at the end of the day I would argue that Japan had a larger influence on European art than the other way around. Just a few examples of this hypothesis include Degas, Van Gogh, Monet, and Mucha.

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Katsushika Hokusai, The Great Wave of Kanagawa, originally 1826-1833.
Part of the series Thirty-six Views of Mount Fuji, no. 21.
Colour woodblock print.


Get over to the Tokyo National Museum to get a glance at the Highlights of Japanese Arts exhibition. Find yourself enthralled with mirrors, picture scrolls, and military attire. Can’t get enough art from The Land of the Rising Sun? Check out Hiroshige by Mikhail Uspensky or Forbidden Asia by Hans Jürgen-Döpp.

-Le Lorrain Andrews

Thursday, March 21, 2013

Allein aus Freude am Sehen

Allein aus Freude am Sehen und ohne Hoffnung, seine Eindrücke und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, würde niemand über das Meer fahren (Blaise Pascal)

Seien Sie mal ehrlich: Würden Sie ohne Kamera in den Urlaub fahren? Was wäre heute schon ein Urlaub ohne Urlaubsfotos? Ein Reisebericht ohne Anschauungsmaterial? Die im Titel zitierte Äußerung des französischen Mathematikers und Erfinder des Pascalschen Dreiecks, Blaise Pascal (1623-1662), gilt demnach heute so wie damals.

Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied: „Früher zeichnete man auf Reisen, um sich erinnern zu können, wo man war. Heute filmt man auf Reisen, um zu erfahren, wo man gewesen ist.“ Das jedenfalls stellte Albert Camus (1913-1960), einer der bekanntesten und bedeutendsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts, bereits mehr als 30 Jahre vor der Erfindung der Digitalfotografie im Jahr 1975 fest. Wie recht er damit doch hat: Denn wie selten nimmt man sich auf einer Reise die notwendige Zeit, um ein Foto zu machen und sich über das betreffende Motiv vor Ort zu informieren? Wie oft fotografieren wir nicht nur die Sehenswürdigkeit selbst, sondern zugleich auch die dazugehörige Informationstafel, um das betreffende Objekt später bequem von zu Hause aus zu googeln und auf diese Weise effizient und zeitsparend alle wichtigen Informationen darüber einholen zu können.

 

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Utagawa Hiroshige, Nächtlicher Blick auf die acht berühmten Orte von Kanazawa, aus der Serie Schnee, Mond, Blumen, Juli 1857.
Farbiger Druck nach Holzschnitt, rechtes Blatt: 36,7 x 24,6 cm; zentrales Blatt: 36,7 x 24,7 cm; linkes Blatt: 36,5 x 24,6 cm.
Baur Sammlung, Genf.


 

Unser Informationszeitalter und die sich in den letzten Jahrzehnten rasant weiterentwickelte Mobilität haben uns das Reisen extrem erleichtert. Während die Generation unserer Großeltern in ihrem Leben (wenn überhaupt) nur eine große Reise gemacht hat, von der im pfleglich behandelten Fotoalbum nur wenige vergilbte Aufnahmen zeugen, verursacht die Urlaubszeit heutzutage wahre Bilderfluten. Der japanische, im heutigen Tokio geborene Maler Utagawa Hiroshige (1797-1858) dagegen, der neben Katsushika Hokusai (1760-1849) bis heute in Japan zu den bekanntesten und beliebtesten Malern zählt, schuf einen einmaligen Reisebericht.

Unterwegs auf dem „östlichen Seeweg“, dem Tōkaidō, vom damaligen Regierungssitz Edos (dem heutigen Tokio) zur kaiserlichen Hauptstadt Kyōto, hielt er nicht nur die sich mit den Jahreszeiten verändernde Landschaft fest, sondern dokumentierte in zahlreichen Werken das alltägliche Leben auf dem Fluss und an den Ufern der Handelsstraße: Blühende Kirschbäume, grüne Reisfelder, das dunkelrot leuchtende Herbstlaub des Ahorns umsäumen die Nebenflüsse und Kanäle, schneebedeckte Gipfel befinden sich im Hintergrund. Auf dem Fluss und am Ufer wird Handel betrieben. In den kleinen Dörfern, buddhistischen Klöstern und Tempeln, in den Städten, auf den Brücken, in den Teehäusern und Palästen – überall herrscht ein geschäftiges Treiben. Handelstreibende, Feldarbeiter mit ihren Reishüten, die Kimono tragende Stadtbevölkerung und lange Festprozessionen bevölkern die Stadtansichten.

 

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Utagawa Hiroshige, Allgemeine Ansicht der Ersten Straße im Nihonbashi-Viertel, Nihonbashi tori Itchôme ryakuzu, August,1858.
Farbholzschnitt, 36 x 24 cm.
Schenkung von Anna Ferris, Brooklyn Museum of Art, New York.


 

Sein Reisebericht machte ihn zum bekanntesten Künstler des Ukiyo-e, einer Kunstrichtung der Edo-Periode (1603-1868), die sich vor allem das Alltagsleben der Stadtbevölkerung zum Motiv nahm. Die Arbeiten des Künstlers, der eigentlich als Feuerwehroffizier arbeitete, aber von einem Freund und Vorgesetzten die Grundkenntnisse des Malens und der Kalligrafie erlernte und später neben seinem Beruf eine Lehre als Farbholzschnittzeichner begann, übten einen großen Einfluss auf die Impressionisten und vor allem auf Van Gogh aus.

Eine große Auswahl Hiroshiges Werke präsentiert noch bis zum 17. März die aktuelle Ausstellung der Pinacothéque de Paris Hiroshige, l'art du voyage (Hiroshige – Die Kunst des Reisens), die zeitgleich mit einer großen Ausstellung über die Bedeutung des Japanismus im Werk von Vincent Van Gogh (1853- 1890) stattfindet.

Im Verlag Parkstone International sind darüber hinaus mit den E-Book-Titeln Hiroshige von Mikhail Uspensky und Ukiyo-e von Edmond de Goncourt zwei Bücher erschienen, die sich mit zahlreichen Farbabbildungen und interessanten Erläuterungen mit dem Leben und Werk Hiroshiges auseinandersetzen.

C. Schmidt

Wednesday, January 2, 2013

A Love-Letter to the Land of the Rising Sun

For those of us who have never been to Japan, we can only picture the beautiful vista of the Land of the Rising Sun with the help of popular films such as Memoirs of a Geisha, Babel, The Fast and the Furious: Tokyo Drift, Lost in Translation, and The Last Samurai.

For me, it was Memoirs of a Geisha which truly began my love affair with Japan.  (Although, Tom Cruise did give it his best effort!)  A hauntingly beautiful story, love, betrayal, hope, the mystery of the Orient: despite the controversy of a Chinese actress portraying a Japanese geisha, I personally feel that Zhang Ziyi was perfectly cast.  To top all of this off, the viewer is treated to a beautiful love letter to the country of Japan, in the form of stunning cinematography.  Truly, this is the film that inspires my desire to travel to Japan.

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Scarlet Maple Trees at Mama by the Tekona-no yashiro Shrine and the Tsugihashi Bridge,
Mama-no momiji Tekona-no yachting Tsugihashi (1/1857)


However, as I was researching around the topic of travel in Japan, I discovered that the world’s love affair with this country is not a recent phenomenon.  In an earlier blog, I mentioned that Van Gogh, in the 1880s, discovered the Japanese ukiyo-e wood block prints, which he soon began to collect and reproduce for his own paintings.

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The “Opening of the Mountain” at the Fukagawa Hachiman Shrine,
Fukagawa Hachiman yamabiraki (8/1857)


Let us look for a moment at the artist who inspired these paintings: Utagawa Hiroshige.  The original poster-boy (literally) for Japanese tourism, his paintings showcase the travels which he undertook across Japan.  Filled with detail, delicate brushstrokes, and occasionally a dash of humour, these paintings are what advertisements for travel agencies (ahem, Thomas Cook) should aspire to be like.  Hiroshige’s love for his homeland is evident and, what’s more, he has mastered the ability to stir the same passions in non-natives.  This is the characteristic which is shared by Rob Marshall, Zhang Ziyi, Michelle Yeoh, and Ken Watanabe (amongst the rest of the cast and crew of Memoirs) who gave us the live-action version of Hiroshige’s homage to his homeland.

So, watch this space... I may yet be embarking on my own pilgrimage to Japan, all thanks to Memoirs of a Geisha and the stunning artwork of Hiroshige!

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The Taikobashi Bridge and Yuhinooka Hill in Meguro,
Meguro Taikobashi Yuhinooka (4/1857)


For those of you, like me, who may find Japan just a trifle too far for a day-trip; why not peruse the works of Hiroshige in the Pinacothèque de Paris?  The exhibition Hiroshige, the Art of Travel is running until the 17th March 2013, so there is plenty of time to enjoy Paris in the springtime (or before), and take in a bit of Japanese culture at the same time!  Otherwise, curl up with a good book:  Hiroshige, by Mikhail Uspensky to be precise!  Or, if you would simply like to know more about the art of ukiyo-e and would like to broaden your horizons, try out Hokusai by Edmond de Goncourt.