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Thursday, March 21, 2013

Allein aus Freude am Sehen

Allein aus Freude am Sehen und ohne Hoffnung, seine Eindrücke und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, würde niemand über das Meer fahren (Blaise Pascal)

Seien Sie mal ehrlich: Würden Sie ohne Kamera in den Urlaub fahren? Was wäre heute schon ein Urlaub ohne Urlaubsfotos? Ein Reisebericht ohne Anschauungsmaterial? Die im Titel zitierte Äußerung des französischen Mathematikers und Erfinder des Pascalschen Dreiecks, Blaise Pascal (1623-1662), gilt demnach heute so wie damals.

Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied: „Früher zeichnete man auf Reisen, um sich erinnern zu können, wo man war. Heute filmt man auf Reisen, um zu erfahren, wo man gewesen ist.“ Das jedenfalls stellte Albert Camus (1913-1960), einer der bekanntesten und bedeutendsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts, bereits mehr als 30 Jahre vor der Erfindung der Digitalfotografie im Jahr 1975 fest. Wie recht er damit doch hat: Denn wie selten nimmt man sich auf einer Reise die notwendige Zeit, um ein Foto zu machen und sich über das betreffende Motiv vor Ort zu informieren? Wie oft fotografieren wir nicht nur die Sehenswürdigkeit selbst, sondern zugleich auch die dazugehörige Informationstafel, um das betreffende Objekt später bequem von zu Hause aus zu googeln und auf diese Weise effizient und zeitsparend alle wichtigen Informationen darüber einholen zu können.

 

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Utagawa Hiroshige, Nächtlicher Blick auf die acht berühmten Orte von Kanazawa, aus der Serie Schnee, Mond, Blumen, Juli 1857.
Farbiger Druck nach Holzschnitt, rechtes Blatt: 36,7 x 24,6 cm; zentrales Blatt: 36,7 x 24,7 cm; linkes Blatt: 36,5 x 24,6 cm.
Baur Sammlung, Genf.


 

Unser Informationszeitalter und die sich in den letzten Jahrzehnten rasant weiterentwickelte Mobilität haben uns das Reisen extrem erleichtert. Während die Generation unserer Großeltern in ihrem Leben (wenn überhaupt) nur eine große Reise gemacht hat, von der im pfleglich behandelten Fotoalbum nur wenige vergilbte Aufnahmen zeugen, verursacht die Urlaubszeit heutzutage wahre Bilderfluten. Der japanische, im heutigen Tokio geborene Maler Utagawa Hiroshige (1797-1858) dagegen, der neben Katsushika Hokusai (1760-1849) bis heute in Japan zu den bekanntesten und beliebtesten Malern zählt, schuf einen einmaligen Reisebericht.

Unterwegs auf dem „östlichen Seeweg“, dem Tōkaidō, vom damaligen Regierungssitz Edos (dem heutigen Tokio) zur kaiserlichen Hauptstadt Kyōto, hielt er nicht nur die sich mit den Jahreszeiten verändernde Landschaft fest, sondern dokumentierte in zahlreichen Werken das alltägliche Leben auf dem Fluss und an den Ufern der Handelsstraße: Blühende Kirschbäume, grüne Reisfelder, das dunkelrot leuchtende Herbstlaub des Ahorns umsäumen die Nebenflüsse und Kanäle, schneebedeckte Gipfel befinden sich im Hintergrund. Auf dem Fluss und am Ufer wird Handel betrieben. In den kleinen Dörfern, buddhistischen Klöstern und Tempeln, in den Städten, auf den Brücken, in den Teehäusern und Palästen – überall herrscht ein geschäftiges Treiben. Handelstreibende, Feldarbeiter mit ihren Reishüten, die Kimono tragende Stadtbevölkerung und lange Festprozessionen bevölkern die Stadtansichten.

 

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Utagawa Hiroshige, Allgemeine Ansicht der Ersten Straße im Nihonbashi-Viertel, Nihonbashi tori Itchôme ryakuzu, August,1858.
Farbholzschnitt, 36 x 24 cm.
Schenkung von Anna Ferris, Brooklyn Museum of Art, New York.


 

Sein Reisebericht machte ihn zum bekanntesten Künstler des Ukiyo-e, einer Kunstrichtung der Edo-Periode (1603-1868), die sich vor allem das Alltagsleben der Stadtbevölkerung zum Motiv nahm. Die Arbeiten des Künstlers, der eigentlich als Feuerwehroffizier arbeitete, aber von einem Freund und Vorgesetzten die Grundkenntnisse des Malens und der Kalligrafie erlernte und später neben seinem Beruf eine Lehre als Farbholzschnittzeichner begann, übten einen großen Einfluss auf die Impressionisten und vor allem auf Van Gogh aus.

Eine große Auswahl Hiroshiges Werke präsentiert noch bis zum 17. März die aktuelle Ausstellung der Pinacothéque de Paris Hiroshige, l'art du voyage (Hiroshige – Die Kunst des Reisens), die zeitgleich mit einer großen Ausstellung über die Bedeutung des Japanismus im Werk von Vincent Van Gogh (1853- 1890) stattfindet.

Im Verlag Parkstone International sind darüber hinaus mit den E-Book-Titeln Hiroshige von Mikhail Uspensky und Ukiyo-e von Edmond de Goncourt zwei Bücher erschienen, die sich mit zahlreichen Farbabbildungen und interessanten Erläuterungen mit dem Leben und Werk Hiroshiges auseinandersetzen.

C. Schmidt

Monday, January 28, 2013

Van Gogh - délit de copie japonaise

Non Van Gogh n’est jamais allée au Japon, même si les plaisirs asiatiques (opium et autres geishas), auraient certainement convenu à sa nature artistique. On connaît bien sûr les épisodes scandaleux de sa vie : sa mélancolie/folie, son oreille coupée, son alcoolisme, son errance à la recherche d’un havre de paix. On sait moins spontanément qu’il a trouvé une source d’inspiration formidable dans les estampes japonaises qui arrivent en Europe avec les expositions internationales. Après les impressionnistes, le japonisme a engendré une seconde mini-révolution artistique en France.

Quelle ironie : l’Asie est aujourd’hui accusée de plagiats, de copies et de produire de nombreux faux. À l’époque au contraire ce sont les Européens qui s’inspirèrent un peu trop librement de l’art japonais, n’hésitant pas parfois à recopier sans vergogne des tableaux entiers. Van Gogh ne s’en est pas privé, comme le prouve l’exemple ci-dessous. Simplicité et pureté asiatique face à la complexité et au bouillonement de Van Gogh.

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Hiroshige, Le Jardin de pruniers à Kameido, extrait de Cent-une vues célèbres d‘Edo, 1857.
33,7 x 21,9 cm.
The Brooklyn Museum, Brooklyn.



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Vincent van Gogh, Japonaiserie : pruniers en fleurs (d’après Hiroshige), 1887.
Huile sur toile, 55 x 46 cm.
Musée Van Gogh, Amsterdam.


Le côté asymétrique, la couleur en aplats, les vues construites selon des angles complètement tordus, cela ne pouvait que plaire à l’artiste torturé et en quête de renouveau. Cependant il faut admettre que les copies européennes comportaient un petit plus : de la vigueur, de la chaleur, des paysages qui paraissent en feu, beaucoup plus mouvant. Quelque chose de moins figé et de plus torturé, allant au-delà des conventions japonaises et de leurs douces couleurs pastels.

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Vincent van Gogh, Vignes rouges en Arles, 1888.
Huile sur toile, 75 x 93 cm.
Musée Pouchkine, Moscou.


Pour choisir et décider vers qui se porte votre préférence entre le champion japonais et le maître impressionniste, vous pouvez vous déplacer à l’exposition de la Pinacothèque de Paris, ou simplement consulter ces livres sur Hiroshige et Van Gogh.