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Thursday, December 20, 2012

Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich heutenoch ein Apfelbäumchen pflanzen (Martin Luther)

21.12.2012 – Das Ende der Welt?

Gesetzt den Fall, dieser Tag wäre das Ende der Welt. Was würden Sie an Ihrem letzten Tag auf Erden machen?

Am 21. Dezember 2012 endet ein wichtiger Abschnitt des Maya-Kalenders und gleichzeitig kommt es zu einer astronomischen Besonderheit: Die Sonne wird sich – von der Erde aus betrachtet – zur Wintersonnenwende am 21. Dezember im Zentrum der Milchstraße befinden, eine Konstellation, die nur etwa alle 26 000 Jahre eintrifft und für viele den Grund dazu liefert, sich die verrücktesten Theorien und Endzeitszenarien auszumalen: Erdbeben, Schwarze Löcher, Außerirdische, eine Verschiebung der Pole, das Ende der Welt ausgelöst durch einen radioaktiven Strahl ... .

 

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Henry Fuseli, Der Albtraum, 1781.
Öl auf Leinwand, 101,6 x 126,7 cm. The Detroit Institute of Art, Detroit.


Das Sprichwort „Lebe jeden Tag so, als wäre es dein Letzter!“ bekommt in diesem Zusammenhang einen nahezu sarkastischen Beigeschmack. Ebenso all die Ratgeberliteratur, die seit einigen Jahren die Regale der Buchhandlungen und heimischen Wohnzimmer überflutet: Während zu Luthers Zeiten ein erfülltes Leben nach dem Volksmund drei Komponenten umfasste, nämlich ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen, existieren heutzutage für ein erfülltes Erdendasein schier unendliche to-do-Listen.

Die bekannteste unter diesen Listen stellt vermutlich der von der Reisejournalistin Patricia Schultz 2003 veröffentlichte Titel 1 000 Places to See Before You Die (1000 Orte, die man sehen muss, bevor man stirbt) dar. Die Erstausgabe dieses Weltreiseführers war in Deutschland mit über 750 000 verkauften Exemplaren 273 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Zahlreiche ähnliche Titel folgten: Darunter die 1001 Bücher: die Sie lesen, 1001 Filme, Gärten und Gemälde: die Sie sehen und 1001 Songs: die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist.

Zahlreiche weitere Must-do-Listen kursieren im Internet – Definitiv nicht die richtige Literatur für den letzten Tag auf Erden. In unserer Zeit ist es allem Anschein nach nicht einfach, sein Leben mit einem ruhigen Gewissen für erfüllt zu betrachten, zu viele Plätze, Bücher, Songs, Gerichte, Kunstwerke, die man kennen sollte. Würde man all diese Ratgeber ernst nehmen, wäre das Leben ein reinster Wettlauf mit der Zeit. Natürlich ist es wichtig viel von der Welt zu sehen und möglichst viel Neues auszuprobieren, dennoch sollte der Genuss dabei nicht zu kurz kommen.

 

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Pieter Claesz., Stillleben mit Totenkopf, Folianten, Taschenuhr und erloschener Öllampe, 1630. Öl auf Holz, 39,5 x 56 cm. Mauritshuis, Den Haag.


Sein Lieblingsbuch zum dritten Mal lesen? Mit seinen Freunden jedes Jahr den Winterurlaub in derselben Skihütte im Harz verbringen und am Silvesterabend gemeinsam Dinner for One gucken? Dafür bliebe gar keine Zeit, aber genau das ist das Schöne im Leben: Die Gewissheit, dass manche Dinge in unser schnelllebigen Zeit einfach so bleiben, wie sie sind. Tage, wie der 21.12.2012 sollten uns lediglich daran erinnern, jeden einzelnen Tag zu genießen und unsere Zeit auf Erden zu nutzen, und zwar auf die Art und Weise, wie es für uns persönlich am Besten ist, da braucht es keine Listen. Hören Sie einfach auf Ihr Bauchgefühl!

Die Ausstellung Death: A Self-portrait der Wellcome Collection in London zeigt bis zum 24. Februar 2013 (und damit weit über den vermeintlichen Weltuntergang hinaus) rund 300 Werke, die sich mit der Ikonografie des Todes und unseren komplexen und widersprüchlichen Einstellungen dem Tod gegenüber auseinandersetzen. Neben historischen Artefakten, wissenschaftlichen Proben und Ephemera aus der ganzen Welt gibt es neben alten Inka-Schädeln, seltene anatomische Zeichnungen und Drucke von Rembrandt, Dürer und Goya, Vanitas-Gemälde sowie Installationen des 20. Jahrhunderts zu sehen. Die Ausstellung ermöglicht eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Tod und erinnert den Besucher nicht nur daran, dass die Tage auf Erden begrenzt sind, sondern fordert gleichzeitig dazu auf, etwas aus dieser begrenzten Zeit zu machen.

Viele berühmte Maler haben sich in ihrer Kunst mit dem Tod und dem Leben nach dem Tod auseinandergesetzt. Erfahren Sie mehr über den Teufel in der Kunst und die Kunst Rembrandts, Dürers und Goyas mit den im Verlag Parkstone-International erschienen Titeln Satan, Beelzebub, Luzifer - Der Teufel in der Kunst von Arturo Graf, dem von Victoria Charles herausgegebenen Sammelband Rembrandt - Maler, Kupferstecher und Zeichner sowie mit den E-Book-Titeln Dürer und Francisco Goya. von Arturo Graf und gönnen Sie sich ruhig die Zeit, die Bücher mehr als einmal zur Hand zu nehmen.

In diesem Sinne: Carpe diem!

C. Schmidt

 

“Death and Taxes”

Death:  one of life’s greatest mysteries, and therefore one of people’s greatest fears.

Whilst many peoples and civilisations turn to religion and faith to answer the question of the meaning of life, and the purpose of death, and whether or not life after death exists, the prospect of the actual process of dying causes fear and trepidation.

Although we cannot know for sure what the exact experience of death holds for us, many people do take comfort in the knowledge that heaven, or an afterlife, awaits them.  Why, therefore, is the prospect of death such a scary one?

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Rembrandt
The Anatomy Lesson of Dr. Nicolaes Tulp, 1632.
Oil on canvas, 169.5 x 216.5 cm.
Mauritshuis, The Hague.


Perhaps it is the fear of leaving the known, of leaving people behind, or the fear of pain in passing.  Whatever it is, one thing is certain: death is one thing we cannot escape.  As Brad Pitt discovered, in his extremely good turn as Joe Black in Meet Joe Black (a straightforward title if ever there was one), the only two things certain in this life are death and taxes.

Unfortunately, the probability that death will greet us in the form of Brad Pitt is extremely remote (I’m not giving up hope though....), so let us turn away from Hollywood’s interpretation of death, and take a peek at how past celebrities interpreted it.

Being an art blog, these celebrities will of course be artists such as Rembrandt and, perhaps surprisingly, Monet.  Both of these artists painted death, or dying, as a means of trying to understand what it meant.

Rembrandt painted his famous Anatomy Lesson as a means to pay homage to both the doctor (Nicolaes Tulp), as well as to the science of dissection.  Death had become a teaching tool, allowing others to learn from the bodies left behind.

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Claude Monet
Camille on Her Deathbed, 1879.
Oil on canvas, 90 x 68 cm.
Musée d’Orsay, Paris.


However, Monet’s interpretation of death is a lot less clinical, and we can really feel the depth of emotion that the artist is putting into his work.  Camille on Her Deathbed is a painting of his wife – and it is as if he is trying to come to terms with her passing, and trying to understand why she has left him.  It is this emotion which resonates through the ages, and is something which I think everybody can identify with.

Ultimately, I think death is something not to be feared, but when life is cut short it is the hardest for those that are left behind.  But as we mourn the loss of our friends, loved ones, life-long companions, let us also celebrate the time that we have been able to share together, and be thankful for the privilege of being able to know them.  And finally, let us not forget, but keep their memories alive with us.

To discover how the mystery of death has been portrayed over the years, the Wellcome Collection, London, is the perfect place to start.  Death: A Self-Portrait is the exhibition which is getting everybody talking, so why not find out for yourself what all the fuss is about? On display until the 24th February 2013, this is one collection that you do not want to miss!  If you would like to discover more about how the masters treated the subject of death and the afterlife, look no further than Art of the Devil by Arturo Graf.  Alternatively, to discover what Rembrandt was all about, check out Harmensz van Rijn Rembrandt by Emile Michel.